Silvestergruß

Ich frag nicht, was das Jahr mir bringen wird,
Und frage kaum, was ich ihm bringen kann.
Aus Gottes Händen nehme ich es an,
Er führe mich als Licht und guter Hirt.

Was ich verlor, erreichte und gewann,
Was ich geordnet habe und verwirrt,
Was ungewiß in meinem Denken schwirrt,
Was ich im Alten schaffte und ersann,

Das geb ich Dir zurück, mein Herr, und bitte
Um Gnade, wo ich Schuld auf mich geladen
Und um Humor vor dem erlittnen Schaden.

Herr, führe meine Hände, meine Schritte,
Und laß mich furchtlos gehn auf steilen Wegen.
Sei nah im Unbekannten. Sei mein Segen.

© Claudia Sperlich, veröffentlicht in: Mandelblüte, S. 24

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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